• Sofie Woldrich

Und wo bleibt die Freundschaft?


Foto: Sofie Woldrich

 

Jeder spricht davon, einen guten Job zu finden, ein gutes Einkommen zu erreichen, eine gute Beziehung zu pflegen, aber kaum jemand bringt dir bei, wie wichtig es ist, gute Freund:innen zu haben. Freund:innen sind wie die Blumen im Garten. Du kannst deinen Garten nur mit Rollrasen bepflanzen, bei Bedarf auch nur mit Steinen, ein Zaun zur Absicherung ist auch nicht schlecht, vielleicht sogar eine Bank zum Sitzen und einen Sonnenschirm. Aber die Blumen machen es so viel schöner. Von klein auf haben wir Freundschaften. Vielleicht werden wir deshalb nie daran erinnert, sie bei unseren Träumen einzuplanen.


Zu beschäftigt für Freunde


Dann sind wir so beschäftigt, an unserer Karriere zu arbeiten, ein Vermögen aufzubauen, eine Partnerschaft zu suchen und zu pflegen, dass wir es kaum mehr als einmal im Monat schaffen, etwas mit einer Freundin oder einem Freund zu unternehmen. Und wir sehen die Freundin immer seltener, wissen kaum noch voneinander, kennen uns immer weniger und eines Tages trauen wir uns nicht mehr, uns zu schreiben, weil der letzte Kontakt schon so lange her ist.


Was bedeutet Freundschaft für uns


Wir werden nicht mit allen Menschen, mit denen wir zu unserer Schulzeit befreundet waren, Freunde bleiben. Und wenn wir noch so schöne Dinge miteinander erlebt haben. Genauso wie auch im Beruf, bei der Weiterbildung und in der Partnerschaft, müssen wir hier irgendwann festlegen, was wir weiterverfolgen, was zu uns passt. Was Freundschaft für uns bedeutet und mit wem wir diese Ansicht teilen. Das Gute beim Thema Freundschaft ist, dass während eine Scheidung oder eine berufliche Umentscheidung mit Mitte 40 als Scheitern betrachtet werden, es für uns dazugehört, dass Freunde und Freundinnen kommen und gehen. Was nicht so gut ist: Auch das Ende einer Freundschaft kann sehr wehtun. Verständnis finden wir dafür selten. Doch warum sollte nicht unser Partner für uns da sein, wenn eine Freundschaft zu Ende geht, so wie unsere Freundin da ist, wenn es Ärger in der Beziehung gibt? Wenn es schwierig wird, sind es oft unsere Freunde und Freundinnen, die für uns da sind. Wir kommen zu ihnen, wenn wir jemanden zum Reden brauchen, aber nicht mit unserem Partner oder unserer Partnerin reden wollen. Wir hören einander unsere Probleme an und manchmal kennen sie uns besser als irgendwer sonst. Wir lachen und erleben alltägliche Abenteuer miteinander, erzählen einander und bejubeln uns. Und sie verdienen es, Teil unserer Träume zu sein.